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Fertighaus - Fertighäuser
© Photographer: Franz Pfluegl | Agency: Dreamstime.com
Der Bau von Fertighäusern gewann in Deutschland vor allem in den 1970er-Jahren zunehmend an Bedeutung. Inzwischen liegt der Marktanteil
an Fertighäusern bei fast 20 Prozent. Das heisst, nahezu jedes fünfte neu gebaute Haus in Deutschland ist mittlerweile ein Fertighaus. In
der Schweiz verhält sich das ähnlich. Dabei sind moderne Fertighäuser nicht mehr von Massivhäusern zu unterscheiden, zeichnen sich aber
durch eine erhöhte Planungssicherheit, günstigere Kosten sowie deutliche Energievorteile aus.
Doch welche individuellen Merkmale weist ein Fertighaus überhaupt genau auf?
Grundsätzlich versteht man unter einem Fertighaus ein Haus, das nicht in Massivbauweise vor Ort errichtet wird, sondern dessen einzelne
Elemente industriell vorgefertigt und dann an Ort und Stelle lediglich noch endmontiert werden. Daraus ergibt sich die Tatsache, dass
Fertighäuser nicht in der 'Stein auf Stein-Bauweise' hergestellt werden, sondern vornehmlich durch den Einsatz von Holz sowie modernen
Kunststoffen. Es gibt dabei verschiedene Verfahren, wie ein Fertighaus hergestellt werden kann. Durchgesetzt haben sich beispielsweise die
Holzrahmenbauweise, die Holztafelbauweise oder die Skelettbauweise.
Nach dem Vorbild von Fertighäusern für die private Nutzung werden heute auch Industriebauten - insbesondere Industriehallen - nach diesem Prinzip
gefertigt. Hierbei kommen jedoch zumeist andere Werkstoffe, wie beispielsweise Aluminium, zum Einsatz.
Der Bauherr hat im Zusammenhang mit dem Bau eines Fertighauses mehrere Möglichkeiten. Er kann beispielsweise einen Architekt mit dem Entwurf des
gewünschten Hauses beauftragen. Dies ist allerdings die teuerste Variante, wesentlich häufiger suchen sich Interessenten ein vorgegebenes Modell
aus den Katalogen der Fertighaushersteller aus. Selbstverständlich fallen bei dieser Variante die Individualisierungsmöglichkeiten um einiges
geringer aus. Dafür gehören Kataloghäuser zu den günstigsten Möglichkeiten, an die eigene Immobilie zu kommen.
Für Interessenten besteht ausserdem die Möglichkeit, das gewünschte Haus nicht nur aus dem Katalog auszusuchen, sondern vorab als Musterhaus zu
besichtigen. Jeder grosse Fertighaushersteller bietet seine Modellpalette in der Regel auch als Musterhäuser zum Besichtigen an.
Ein weiterer, bedeutender Vorteil eines Fertighauses ist die schnelle Bauzeit. In der Regel kann ein handelsübliches Fertighaus problemlos in 2-3 Wochen
errichtet werden, lediglich bei komplexeren Modellen dauert der Aufbau meist etwas länger. Um Zeit und Kapital zu sparen, werden viele Fertighäuser
ausserdem nicht unterkellert.
Unabhängig von Optik und Ausstattung der Immobilie gibt es mittlerweile verschiedene Grundtypen von Fertighäusern, drei davon sind am populärsten:
das Bausatzhaus, das Ausbauhaus und das schlüsselfertige Haus. Letztere Variante ist für den Bauherren am bequemsten, er erhält sein Haus inkl.
Innenausbau komplett schlüsselfertig, muss also nur noch einziehen. Anders beim Ausbauhaus: Hier wird lediglich der Rohbau vom Fertighausanbieter
fertig gestellt, während der Innenausbau vom Bauherren selbst vorgenommen wird. Noch günstiger wird es, wenn ein Bausatzhaus erworben wird.
In diesem Fall liefert der Hersteller lediglich die einzelnen Bauteile des Hauses an, um dem Aufbau sowie alle weiteren Arbeiten muss sich der
Bauherr selbst kümmern. Es besteht bei vielen Herstellern jedoch die Möglichkeit, Hilfeleistungen - oft in Form von Paketen - gegen Aufpreis
in Anspruch zu nehmen.
Wichtig zu wissen ist, dass sich Bausatzhäuser oftmals in ihrer Konstruktion und in ihren Materialien nochmals von anderen Fertighäusern unterschieden.
Meist bestehen sie aus besonders leichten Materialen wie beispielsweise Styroporelementen, die später an Ort und Stelle mit Beton ausgegossen werden.
Sie sorgen dafür, dass dieser Haustyp nochmals günstiger ausfällt, als beispielsweise ein Ausbauhaus.
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