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Baufinanzierung und Baukredit
© Photographer: Tobias Kaltenbach | Agency: Dreamstime.com
In der Liste der grössten Wünsche eines jedes Menschen steht das eigene Heim ganz oben. Um diesen Wunsch für möglichst viele Menschen zur
Realität werden zu lassen, gibt es inzwischen eine schier unüberschaubare Anzahl verschiedener Finanzierungsmodelle für Immobilien. Jedes
Modell hat dabei seine Daseinsberechtigung, doch kaum eines kommt für alle Bauherren und Immobilienkäufer gleichsam infrage.
Es gilt also, das am besten passende Modell für die persönlichen Bedürfnisse und Voraussetzungen zu finden. Um dies zu ermöglichen, haben
wir nachfolgend die fünf gängigsten Finanzierungsformen mit ihren individuellen Eigenschaften für Sie aufgelistet:
Annuitätendarlehen
Ein Klassiker unter den Finanzierungsformen für Immobilien ist das Annuitätendarlehen. Es lässt sich grundsätzlich mit einem klassischen
Ratenkredit vergleichen.
Der Kreditnehmer erhält die Kreditsumme (in der Regel gegen Vorlage entsprechender Sicherheiten) vom Finanzierer zur Verfügung gestellt
und zahlt diese anschliessend in monatlichen Raten über einen festgelegten Zeitraum zurück. Jede dieser Raten besteht aus einen Zins-
und einem Tilgungsanteil. Mit zunehmender Rückzahlungsdauer verschiebt sich das Verhältnis dieser Anteile immer mehr in Richtung Tilgung.
Grund: Der Gesamtkreditbetrag wir immer kleiner, dadurch sinken die zu zahlenden Zinsen. Der Tilgungsanteil kann also entsprechend grösser werden.
Bausparen
Bei diesem Klassiker im Bereich der Baufinanzierung sparen Sie zunächst über einen festgelegten Zeitraum einen Grundstock an Eigenkapital an
und bekommen dann von der Bausparkasse die Differenz zur Gesamtsumme, welche Sie für den Kauf oder Bau Ihrer Traumimmobilie benötigen, in Form
eines Darlehens zur Verfügung gestellt. Der Bausparvertrag gliedert sich also in drei Phasen:
- Die Ansparphase (Aufbau von Eigenkapital)
- Die Zuteilung (Der im Vertrag vorgesehene Eigenkapitalanteil ist komplett, somit kann der Bausparvertrag zugeteilt werden. Der
Bausparer erhält die Gesamtsumme ausgezahlt)
- Rückzahlungsphase (Der Bausparer zahlt das zur Verfügung gestellte Darlehen in monatlichen Ratenbeträgen zurück)
Was den Bausparvertrag so attraktiv macht, sind die Prämien und Förderungen von Seiten des Staates, die darauf gewährt werden. Der Vertragsinhaber
muss also nicht den kompletten Eigenkapitalanteil selbst aufbringen, sondern erhält ansprechende Zuschüsse. Allerdings muss man sich darüber im
Klaren sein, dass die Vorlaufzeit bis zur Auszahlung der Gesamtsumme beim Bausparvertrag recht lang ausfällt. Der Vertrag sollte also möglichst
frühzeitig abgeschlossen werden.
Forward-Darlehen
Mit dieser Form des Baukredits können Sie sich in Phasen mit günstigem Zinsniveau an den internationalen Finanzmärkten diese Zinsen für die
Zukunft sichern. Das Forward-Darlehen wird also zu einem Zeitpunkt abgeschlossen, an dem der Kreditnehmer den Kreditbetrag eigentlich noch gar
nicht benötigt. Den folgenden Zeitraum bis zur Inanspruchnahme des Kredites nennt man Vorlaufzeit. Das Kreditinstitut verlangt in der Regel eine
Gebühr, um das Kapital für den Anleger über diesen Zeitraum zur Verfügung zu halten.
Ein Forward-Darlehen eignet sich sowohl zur Neufinanzierung einer Immobilie als auch zum Umschulden von bereits bestehenden Finanzierungen.
Lebensversicherungs-Hypothek
Inhaber einer Kapitallebensversicherung können diese Form von
Hypothek als Finanzierungsmodell für eine Immobilie nutzen. Dabei zahlt der Darlehensnehmer zunächst nur
die Zinsen für den Kreditbetrag sowie die obligatorischen Versicherungsbeiträge. Die Tilgung ergibt sich aus der Versicherungsleistung, die zum
Zuteilungszeitpunkt ausgezahlt wird.
Durch den fehlenden Tilgungsanteil in der Anfangszeit ergeben sich bei dieser Form der Immobilienfinanzierung jedoch recht hohe Zinskosten.
Fremdwährungskredit
Sinn und Zweck des Fremdwährungskredites im Rahmen einer Immobilienfinanzierung ist es, durch Aufnahme des Kreditbetrags in einer fremden Währung
Zinsen zu sparen. Die Konditionen für diese Finanzierungsform hängen also direkt von jeweils vorherrschenden Zinsniveau an den Kapitalmärkten ab.
Steigt das Niveau, zahlt der Darlehensnehmer mehr Zinsen für sein Kapital; sinkt es, zahlt er entsprechend weniger.
Um das Ganze nicht zu risikoreich für den Kreditnehmer werden zu lassen, empfiehlt es sich, eine feste Zinsbindung - zumindest für einen
gewissen Zeitraum - zu vereinbaren.
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